BARF

BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter und entspricht damit dem natürlichen Beuteprinzip des Hundes. Dabei werden verschiedene frische tierische Komponenten wie Muskelfleisch, Innereien und Knochen verabreicht – eine Mahlzeit also, die einem Beutetier in seiner natürlichen Zusammensetzung möglichst nahekommt. Doch BARF ist mehr als die Gabe von Rohfleisch: Auch Gemüse, Obst, Eier und Öle gehören in den Fressnapf. Um vollwertig und bedarfsgerecht zu füttern, empfiehlt sich bei der BARF-Methode ergänzend die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde. 

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BARF für Hunde

Wer seinen Hund möglichst natürlich und artgerecht ernähren möchte, sollte sich mit dem Fütterungsprinzip Barfen beschäftigen. Es bietet Hundebesitzern:innen die vollständige Kontrolle darüber, was im Futternapf landet und verzichtet auf unnötige Zusätze, Farb- oder Konservierungsstoffe. Gleichzeitig sorgt diese Form der Rohfütterung für viel Abwechslung und hält den Vierbeiner vital, ausgeglichen und aktiv.

Barfen – was ist das?

Hinter dem Begriff BARF verbirgt sich die „biologisch artgerechte Rohfütterung“. Besitzer:innen, die barfen, tun dies aus der Intention heraus, ihrem Vierbeiner eine gesunde, natürliche und artgerechte Ernährung zu bieten. Das Barfen basiert auf der Gabe von frischem Obst und Gemüse, am besten saisonal, sowie verschiedenen Fleischsorten inklusive Knochen. Auch das gelegentliche Füttern in der freien Natur gehört für viele zum Barfen dazu. So gibt es nach dem Spaziergang auch mal einen gefundenen Knochen zur Belohnung oder ein Stück Schweineohr oder Pansen, das genüsslich auf der Waldlichtung zerlegt und verspeist werden kann. Bei einem ausgewachsenen Tier empfehlen sich zwei BARF-Portionen pro Tag. Dies dient einer optimalen Verwertung und Verdaulichkeit und verhindert einen überfüllten Magen. Zudem können durch das durchgehend hohe Energielevel Verhaltensprobleme reduziert werden. Grob sollten die Mahlzeiten so aufgeteilt werden, dass 80% Tierisches und 20% Pflanzliches enthalten sind. Dabei sollte der tierische Anteil wiederum zu 50% aus Fleisch, 20% Pansen oder Blättermagen sowie jeweils 15% Innereien und Knochen bestehen. Alles Pflanzliche sollte mit einem Tee- bis Esslöffel hochwertigem Öl ergänzt werden, beispielsweise Lein-, Hanf- oder Lachsöl.

Das Beutetier-Prinzip als Vorbild

In der Natur liefert die Beute einem Tier alle wichtigen Nährstoffe. In der Annahme, dass in jedem Hund auch noch ein gewisser Anteil an Wolfs-Genen steckt, sorgen diese einerseits für bestimmte Verhaltensweisen und spiegeln andererseits auch die Nahrungsbedürfnisse wider. Auf dem Speiseplan der Wölfe stehen Wild, Hasen, Kaninchen, Mäuse, Vögel und Fische sowie einige Arten an Kräutern, Wurzeln oder Beeren. Verzehrt wird meist das komplette Beutetier. Über die Innereien – vor allem die Leber – werden die Tiere mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt. Fett und Fleisch dienen als Energielieferanten und die Knochen und Knorpel enthalten reichlich gesundes Kalzium. Selbst der Mageninhalt der Beute dient dem Wolf als Versorgungsquelle und bietet pflanzliche Rohfasern samt Vitaminen sowie wichtige Darmbakterien. Nach diesem Vorbild funktioniert auch das Barfen. Für den Hund unnatürlich und zudem schwer verdaulich ist hingegen jegliche Art von Getreide. Daher sollte darauf – auch bei Trockenfutter – komplett verzichtet werden.

Welches Fleisch darf beim Barfen in den Napf?

Generell können – wie beim Wolf – alle Fleischarten an den Hund verfüttert werden. Erhältlich sind diese beim heimischen Schlachter oder auch im speziellen BARF-Shop. Zu den gängigsten und beliebtesten Sorten gehören:

Rindfleisch ist leicht verdaulich und überall zu bekommen. Es weist eine perfekte Aminosäuren-Zusammensetzung auf und wird beim Barfen gern verwendet. An Innereien vom Rind empfehlen sich Pansen, Blättermagen, Lunge, Herz, Leber, Milz und Nieren, wobei Pansen als alleinige Komplettmahlzeit ausreicht. Die Knochen vom Kalb sind dabei so weich, dass sie auch bei Welpen zum Barfen genutzt werden können.

Lammfleisch bietet den höchsten Gehalt an der Aminosäure Tryptophan, die für die Herstellung des Glückshormons Serotonin im Gehirn des Vierbeiners benötigt wird. Es sollte also unbedingt regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Besonders bekömmlich sind Muskel- und Kehlfleisch, Zunge sowie Luftröhre.

Ziegenfleisch ist besonders bekömmlich und wird gern bei Hunden mit empfindlichen Mägen oder mit Gewichtsproblemen verwendet. Es ist fettarm, dafür aber reich an Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Neben Muskelfleisch, Luftröhre und Kehlfleisch ist auch das Euter eine Delikatesse für den Hund.

Pferdefleisch ist im Verhältnis zum Rind arm an Fetten und Proteinen und eignet sich gut für Hunde mit Allergien sowie zum Abnehmen. Der Nachteil ist, dass das Fleisch schwieriger zu bekommen ist.

Das Fleisch von Wildtieren ist besonders reich an Vitaminen und enthält viele Spurenelemente wie Eisen, Zink und Selen. Zudem ist es fettarm und auch für allergische Hunde geeignet. Besonders schmackhaft sind die Innereien wie Herz, Leber, Lunge, Nieren oder Milz.

Kaninchenfleisch ist extrem fettarm und leicht verdaulich. Zudem kann das ganze Tier – quasi von Kopf bis Fuß – verwertet werden.

Jede Art von Geflügelfleisch enthält einen Eiweißanteil zwischen 18 und 24 % und liefert somit hochwertige Eiweiße, Mineralien und Vitamine. Vorsicht ist allerdings bei den Knochen geboten, da diese leicht splittern – am geringsten ist das Risiko bei rohen Knochen von jungem Geflügel.

Verarbeitet werden kann jeweils der ganze Fisch. Für Wildlachs und andere Seefische spricht der hohe Gehalt an Fettsäuren und Mineralstoffen sowie die Versorgung mit Jod und Eiweiß.

Hunde barfen mit Obst und Gemüse

Die zweite wichtige Nahrungssäule beim Barfen bilden Obst und Gemüse. Beides sollte – neben viel Wasser – ebenfalls täglich auf dem Speiseplan stehen: Zum einen benötigen Hunde die enthaltenen Ballaststoffe für eine funktionierende Verdauung, zum anderen sind im Obst und Gemüse wichtige Vitamine enthalten, die das Tier braucht, um lange agil und gesund zu bleiben. Da auch die Vierbeiner ihre Vorlieben haben, sollten zunächst einige unterschiedliche Sorten auf Geschmack und Verträglichkeit getestet werden. Optimalerweise enthält die Mischung schließlich vier bis fünf verschiedene Komponenten aus Gemüse, Blattsalaten und Obst, die immer mal variiert werden können. 

Wichtig: Hunde können pflanzliche Stoffe besser verwerten, wenn sie zerkleinert, püriert, geraspelt oder gekocht sind. Unbedingt gekocht werden müssen Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis sowie Kohl.

Welches Obst und Gemüse eignet sich zum Barfen?

Salate und Blattgemüse enthalten in der Regel viel Chlorophyll, was den Transport von Nährstoffen in die Zellen fördert. Zudem haben sie einen hohen Basengehalt und können somit einer Übersäuerung durch zu viel Fleisch entgegenwirken. Zu empfehlen sind unter anderem:

  • Lollo Rosso
  • Eisbergsalat
  • Feldsalat
  • Chicorée
  • Löwenzahn
  • Rucola
  • Spinat 
  • Mangold


Tipp:
Blattgemüse sollte am besten püriert verfüttert werden.                               

Wurzeln und Knollen sind reich an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Unbedingt in den Napf gehören also unter anderem

  • Möhren
  • Rote Bete
  • Pastinake
  • Fenchel

Zwar sind alle Kürbissorten zum Barfen geeignet, allerdings müssen sie unbedingt vorgekocht werden! Das gilt auch für alle Kohlsorten. Es empfiehlt sich, nach und nach die Verträglichkeit der einzelnen Sorten zu testen. Geeignet sind etwa:

  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Wirsing 
  • Grünkohl

 

Gurken und Zucchini können roh verfüttert werden.

Generell ist Obst verschiedenster Art gesund für Hunde und als BARF-Zusatz unerlässlich. Besonders empfehlenswert und meist gut verdaulich sind:

  • Äpfel ohne Kerne
  • Aprikosen ohne Kern
  • Bananen
  • Beeren
  • Birnen ohne Kerne
  • Pfirsiche ohne Kern
  • Melonen
  • Mango 
  • Papaya

Nahezu alle Nuss-Sorten und Kerne punkten mit einem hohen Energiegehalt, ungesättigten Fettsäuren, vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Alle Nüsse sollten allerdings stark zerkleinert und am besten anschließend püriert werden, um nicht im Hals stecken zu bleiben. Mit Ausnahme von Mandeln eignen sich folgende Nüsse als Powersnack für den Hund:

  • Walnüsse
  • Haselnüsse
  • Cashewkerne
  • Erdnüsse
  • Paranüsse
  • Kürbis-, Pinien- und Sonnenblumenkerne

Als kleine Delikatesse empfinden manche Hunde rohe oder gekochte Eier. Allerdings sind zwei Eier pro Woche ausreichend und bei der Rohgabe sollte nur das Eigelb verfüttert werden. Eier enthalten hochwertige Eiweiße, Fette, Fettsäuren, Vitamine, Mineralien und in der Schale – vorausgesetzt sie wird fein gemörsert eine große Portion verwertbares Kalzium.

Welpen barfen: ursprüngliche Ernährung von Anfang an

Der Verdauungstrakt von Welpen und Junghunden ist noch nicht ausgereift und muss einzelne Nährstoffe erst zuordnen und verwerten lernen. Daher gilt beim Barfen von Welpen: Alles Schritt für Schritt und in kleinen Mengen einführen! Im Hinblick auf die Futtermenge gilt die Faustregel, dass der Welpe im Alter von zwei bis zwölf Monaten zirka 2 bis 6 % seines Körpergewichts an Nahrung aufnehmen sollte. Ein halbjähriger Welpe mit rund 20 Kilo darf demnach 4,5 % seines Körpergewichts, also 900 Gramm pro Tag verzehren. Als Richtwert gilt zudem, dass die Tagesration in etwa zu 80 % tierischer Herkunft und zu 20 % pflanzlicher Natur entspricht. Weiterhin sollte beim Barfen von Welpen berücksichtigt werden, dass sie mindestens drei Mahlzeiten pro Tag erhalten und anfangs noch einen erhöhten Kalziumbedarf zum Aufbau der Knochen aufweisen. Eventuell kann daher nach Rücksprache mit einem:einer Tierazt:ärztin die Gabe eines Kalziumpräparats sinnvoll sein.

Zubereitung und Aufwand

BARF ist ein Ernährungsprinzip, das Hunden ein Maximum an Abwechslung und Natürlichkeit in den Napf bringt. Gleichzeitig verlangt es aber auch den Hundehaltern:innen einiges mehr ab als das schnelle Öffnen einer Dose oder des Trockenfutterbeutels. Zutaten wie Gemüse und Obst müssen gewaschen, geschnitten, püriert, gehackt oder geraspelt werden. Fleisch muss zerkleinert oder geteilt werden und nicht immer ist das blutige Rohfleisch auf dem Brett für den Menschen genauso appetitlich wie für den Hund. Hat man sich aber erst einmal an die Zubereitung gewöhnt und gute Händler und Zulieferer insbesondere für das Fleisch ausgemacht, ist der Aufwand überschaubar. Außerdem können Obst- und Gemüsebrei in größeren Mengen zubereitet und in mehreren Tagesrationen eingefroren werden. Ein Hund braucht auch nicht jeden Tag exakt die gleiche Menge an Nährstoffen. Wichtig ist, dass die Nährstoffbilanz innerhalb einer Woche ausgeglichen ist, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Ansonsten ist das BARF-Prinzip “Vielfalt durch Abwechslung” ohnehin das beste Mittel, um das Tier mit allen benötigten Nährstoffen zu versorgen.

BARF-Shops

Neben herkömmlichen Futterhäusern, die für jede Tierart Futter und Zubehör anbieten, gibt es spezielle BARF-Shops. Der Vorteil an diesen Geschäften besteht darin, dass die Kunden im Idealfall von geschultem Fachpersonal mit hilfreichen Informationen und Spezialwissen rund ums Barfen unterstützt werden. Zudem erhalten Hundebesitzer:innen hier individuelle BARF-Zusätze für den Hund sowie abgestimmte Zusätze zum Barfen von Welpen. Zwar benötigen gesunde Tiere, die ausgewogen gebarft werden, keine Nahrungsergänzung, doch unter bestimmten Umständen, etwa bei Krankheit oder Trächtigkeit, kann ein Barf-Zusatz sinnvoll sein. 

Darüber hinaus bieten BARF-Shops eine große Auswahl verschiedener Fleischsorten bzw. Fleischteile, die auch schon fertig portioniert und zerlegt sind. Und wer seinem Hund gern die Vorzüge des Barfens bieten möchte, ohne selbst mehr Aufwand zu haben, bekommt in gut sortierten BARF-Shops auch vorbereitete Komplettmenüs.

Fazit

BARF, die „biologisch artgerechte Rohfütterung“, ist eine Methode, um Hunde – unabhängig von Rasse und Alter – gemäß ihrer natürlichen Bedürfnisse als Fleischfresser abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Dabei sind Kosten und zeitlicher Aufwand nur unwesentlich höher im Vergleich zur Fertigfutter-Ernährung – wenn die Hundehalter:innen sich erst einmal an die Zubereitung gewöhnt haben. Zudem wissen Frauchen und Herrchen beim Barfen genau, was tatsächlich im Napf landet und können sicher sein, dass ihr Hund alle benötigten Nährstoffe erhält.