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Insektenfutter für Hunde: Was ist dran am Trend?

Können Insekten im Hundefutter Fleisch ersetzen? Lassen sich Allergien und Unverträglichkeiten auf diese Weise vermeiden oder zumindest lindern? Und wie steht es um die Versorgung mit Mineralstoffen, Proteinen und Vitaminen? Ein Gespräch mit Hundeernährungsberaterin und Tierheilpraktikerin Franziska Sayk.

Hundebesitzer und -besitzerinnen wählen Insektenfutter oft als Alternative, wenn ihr Vierbeiner tierisches Protein vom Rind, Huhn oder Kalb nicht verträgt. Auch wird dem Insektenprotein das Potenzial zugesprochen, in Zukunft tierisches Protein in Form von Fischmehl und pflanzliches in Form von Soja zu ersetzen.1 Steht mit den Krabbeltierchen also eine neue und nachhaltige Proteinquelle für Hundefutter zur Verfügung? Über diese und andere Fragen rund um das Thema sprachen wir mit Hundeexpertin Franziska Sayk von Cani Wauz.

Naturflow Pets: Warum eignen sich Insekten überhaupt als Hundefutter?

Franziska Sayk: Hunde sind schon lange keine reinen Fleischfresser mehr. Über die Jahrhunderte haben sie sich vom Wolf zum Hund entwickelt und können dank bestimmter Enzyme neben Fleisch auch Kohlenhydrate verstoffwechseln. Wie alle Lebewesen haben sie einen bestimmten Bedarf an Protein, das idealerweise tierischen Ursprungs ist. Da Insekten diesen Bedarf abdecken, können sie auch als Proteinquelle eingesetzt werden und als Nahrung dienen.

NFP: Welche Insekten werden für die Fütterung von Hunden verwendet?

Franziska: In erster Linie Mehlwürmer und die Schwarze Soldatenfliege. Die Fliege enthält 21–45 % Fett und 45–55 % Proteine. Der Anteil ist immer abhängig von der Nahrung, die den Insekten zur Verfügung steht. Die Analysen der Fettsäuren, Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren zeigen sehr gute Werte im Vergleich zum Fisch- oder Sojamehl. 

Der Mehlwurm, der auch für Hundefutter verwendet wird, ist die Larve des Mehlkäfers und erst seit Mai 2021 als Lebensmittel zugelassen. Seitdem dürfen Mehlwürmer in Lebensmitteln 10 % der Gesamtmenge ausmachen. Ihr Proteingehalt beträgt ca. 50 %, ihr Fettanteil ca. 30 %, und 100 Gramm Mehlwürmer liefern rund 650 Kalorien. Auch der Anteil der Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren kann sich sehen lassen. 

NFP: Wovon ernähren sich die verwendeten Insekten?

Franziska: Um Insekten als Bestandteil von Hundefutter verwenden zu dürfen, sind bestimmte Gesetze einzuhalten. So werden beispielsweise Insekten, die für Futtermittel eingesetzt werden, als Nutztiere definiert und unterliegen somit einer bestimmten Ernährung. Das bedeutet, dass beispielsweise für die Schwarze Soldatenfliege, die in der Zucht üblicherweise mit Küchenabfällen und Fäkalien von Rindern, Schweinen und Hühnern gemästet wird, ein spezieller, bedarfsgerechter Nährboden geschaffen werden muss. Viele nachhaltige Aspekte der Insektenzucht fallen dadurch leider weg.

Mehlwürmer wiederum ernähren sich von Getreideprodukten und lassen sich in großen Mengen züchten. Auch die Energiebilanz ist gut, denn während viele Insekten ein sehr warmes Klima und somit extra Strom benötigen, sind Mehlwürmer an kühlere Temperaturen gewöhnt.

NFP: Welche Risiken bestehen bei der Fütterung mit Insekten?

Franziska: Insekten können Giftstoffe durch die Nahrung aufnehmen und somit als Futter  eine Gefahr für den Hund bedeuten. Auch Schwermetalle oder Rückstände von Tierarzneimitteln in Insekten sind möglich, wenn sie mit Fäkalien gefüttert wurden. Hormone, die während der Zucht eingesetzt werden, um virale und bakterielle Krankheiten zu vermeiden, sind unter Umständen ebenfalls in Insekten zu finden. Bislang gibt es hierzu nur wenige Studien, so dass es schwierig ist, darüber eine gesicherte Aussage zu treffen. 

NFP: Und welche Vorteile bietet die Fütterung mit Insekten?

Franziska: Grundsätzlich sind Insekten eine vollwertige Alternative zu Fleisch. Sie können schnell, ressourcenschonend und nachhaltig hergestellt werden. Die Versorgung mit Nährstoffen, Fettsäuren und Proteinen ist gewährleistet. Darüber hinaus sind Insekten leicht verdaulich und womöglich sehr geeignet für Allergiker. Denn hat der Hund sie zuvor noch nie gefressen, konnte sein Körper auch keine Antikörpern gegen die Bestandteile bilden und reagiert somit nicht mit einer Allergie oder Unverträglichkeit. Allerdings können auch neue Proteinquellen, die der Hund anfänglich gut vertragen hat, später allergische Reaktionen hervorrufen. 

NFP: Es heißt, eine Fütterung mit Insekten ist nachhaltiger als eine mit Fleisch. Warum ist das so? 

Franziska: Statistisch werden 15.415 Liter Wasser verbraucht, um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren. Ein Kilo Mehlwürmer braucht gerade mal 4.000 Liter.2 Und jetzt kommt’s: Ein Hund frisst im Durchschnitt 164 Kilo Fleisch pro Jahr. Da ist allein der Wasserverbrauch unglaublich hoch.

Auch beim CO2-Ausstoß gibt es große Unterschiede: Er liegt beim Rind pro Kilo, das das Tier in seinem Leben zunimmt bei 3,85 Kilogramm. Mehlwürmer hingegen produzieren nur 7,58 Gramm Kohlendioxid je Kilo Massenzuwachs.3

Noch eine Zahl: Ein Rind benötigt pro Kilogramm gerechnet zwischen 144 und 258 Quadratmeter Land – für die Produktion von einem Kilo Mehlwürmer werden hingegen nur rund 18 Quadratmeter Fläche benötigt.4 Die Ökobilanz eines Mehlwurms ist also in vielerlei Hinsicht besser, als die herkömmlicher Nutztiere wie zum Beispiel Rinder.

NFP: Was ist beim Kauf von Insektenfuttermittel zu beachten?

Franziska: Betrachtet man einige Futtersorten genauer, fallen ein paar Dinge auf. Zum einen ist der Insektenanteil sehr gering, zum Teil gerade einmal bis zu 10 %. Meistens werden die Schwarzen Soldatenfliegen verwendet, oder die Insektenart ist nicht deklariert. Zudem sind viele Kohlenhydrate wie Kartoffeln enthalten und Erbsen, die den Proteingehalt anheben. Dies kann zu Allergien und Unverträglichkeiten führen und zudem die Verdauung belasten. Außerdem sind Insektenfutter viele Zusatzstoffe zugefügt, die den Vitamin- und Mineralstoffbedarf decken sollen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Nassfuttersorten besser abschneiden als Trockenfutter: Ihr Insektenanteil ist deutlich höher, und es werden weniger chemische Zusatzstoffe verwendet. 

NFP: Und was kosten Insektenfuttermittel?

Franziska: Das ist natürlich etwas verschieden. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass der Preis vergleichbar ist mit einem Futtermittel, das einen hohen Fleischanteil aufweist. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Prozentsatz des enthaltenen Fleischs deutlich über dem der enthaltenen Insekten liegt. Insgesamt scheint das Thema derzeit eher eine Marketingstrategie zu sein, um neues Hundefutter auf den Markt zu bringen. Ich glaube allerdings, dass sich in der Zukunft etwas daraus machen lässt. Zur Zeit sollte man jedoch genau hinschauen, was sich hinter der Deklaration verbirgt.

Quellen:

1 https://www.wien.gv.at/umweltschutz/nachhaltigkeit/pdf/naynar-2017.pdf 

2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1135821/umfrage/wasserverbrauch-tierarten-im-vergleich/ 

3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1134415/umfrage/co2-emissionen-tierarten/  

4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1135823/umfrage/landnutzung-tierarten-im-vergleich/

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