Themenfelder
Kategorien

Hunde beruhigen

Genau wie der Mensch kann auch ein Hund unter Stress, Unruhe und Nervosität leiden. Und genau wie beim Menschen gibt es unterschiedliche Ansätze, um dem Hund diesen Stress zu nehmen. Ob in speziellen Situationen wie beim Arztbesuch, an Silvester, längeren Autofahrten oder einfach im normalen Alltag. Wir stellen einige Möglichkeiten vor, um Hunde zu beruhigen und ihnen zu mehr Ausgeglichenheit und Ruhe zu verhelfen.

81gr5ZnwiHL._AC_SL1500_
Nicht vorrätig

Zink Plus Tabletten, 120 Stk.

(9,97 / 100 g)17,95
81g+v7jHVoL._AC_SL1500_
Vorrätig

Barf Zusatz 1kg

(2,50 / 100 g)24,95

Beruhigungsmittel für Hunde

Viele Hundebesitzer und -besitzerinnen kennen das Problem: Der Hund ist nervös, ängstlich und reagiert schon beim geringsten Reiz sehr empfindlich. Dieses Verhalten kann für Mensch und Tier gleichermaßen anstrengend sein. Der Hund befindet sich quasi in anhaltender Hab-Acht-Stellung und kann sich nur schwer entspannen. Dadurch ist auch seine Bezugsperson dauerhaft gefordert, um ihn zu beruhigen und an seiner Seite zu sein. Wir erklären, was dem Vierbeiner helfen kann und welche Arten von Beruhigungsmitteln es gibt.

Welche typischen Stressauslöser gibt es?

Ähnlich dem Menschen können auch Hunde in Situationen geraten, in denen sie gestresst, ängstlich oder nervös reagieren. Und ebenfalls wie beim Menschen ist dieser Zustand für Hunde unangenehm und kann auf langfristige Sicht gar zu Verhaltensstörungen führen. Dabei ist zwischen einer anhaltenden inneren Unruhe und einmaligen Stress-Auslösern zu unterscheiden. Typische Situationen, in denen Hunde gestresst oder ängstlich reagieren können, sind zum Beispiel:

  • Die Ankunft eines Welpen im neuen Zuhause bzw. die Trennung vom vertrauten Rudel
  • Die Begegnung mit fremden Tieren, auch  anderen Hunden
  • Angstsituationen, in denen der Hund sich bedroht fühlt
  • Eine neue Umgebung, etwa im Urlaub oder in der Hundeschule
  • Längere Autofahrten oder der Transport in einer Hundebox
  • Kontakt mit vielen fremden Personen
  • Trennung von der Hauptbezugsperson, etwa Abwesenheit während der Arbeit oder auch Aufenthalt in einer Tierpension
  • Besuch der Tierarztpraxis oder beim Hundefriseur

Wie äußern sich Stress und Unruhe beim Hund?

Ob ein Hund unter Stress leidet oder ängstlich ist, lässt sich an einigen Faktoren und Verhaltensweisen relativ einfach erkennen. Einige Symptome haben wir hier zusammengetragen:

  • Körpersprache, zum Beispiel eingekniffene Rute oder angelegte Ohren
  • Häufiges Jagen des eigenen Schwanzes
  • Intensives Kratzen,  Knabbern oder Beißen an einzelnen Körperteilen
  • Häufiges, übertriebenes Lecken
  • Plötzlich auftretende Schuppen im Fell
  • Verdauungsstörungen 
  • Ruhelosigkeit und Schreckhaftigkeit

Ruhepausen festlegen

Einigen Hunde – insbesondere Junghunden und Welpen – fällt es schwer, zur Ruhe zu kommen. Zu aufregend ist die Welt mit ihren Gerüchen und Geräuschen. Sie möchten am liebsten immer und überall dabei sein und verfallen somit in eine Art Dauerstress, der zu einem ungesunden bzw. fehlenden Ruhe-Rhythmus führen kann. Dabei brauchen Hunde generell relativ viel Schlaf: Als Richtwert gelten 20 bis 22 Stunden Schlaf für Welpen und Senioren. Bei ausgewachsenen Hunden sind es immerhin noch zwischen 17 und 20 Stunden. Wird dieses Pensum dauerhaft unterschritten, kann dies im schlimmsten Fall zu  überdrehtem, unkonzentriertem oder aggressivem Verhalten führen. Hundebesitzer und -besitzerinnen müssen ihrem  Vierbeiner also klar machen, dass es zu gewissen Zeiten wichtig und in Ordnung ist, einfach nichts zu tun und zu schlafen. Am besten funktioniert dies in einer Hundebox, die absolut Tabu für alle anderen Familienmitglieder ist. Hier ist ausschließlich Ruhe und Entspannung angesagt – eventuell unterstützt durch eine beruhigende Kaustange oder eine liebevolle Massage vom Lieblingsmenschen.

Aromatherapie

Manche Menschen oder Dinge kann man einfach „nicht gut riechen“. Andere Gerüche hingegen geben uns ein gutes und entspannendes Gefühl. Das liegt daran, dass die Nase Duft-Impulse zum Riechhirn weiterleitet, dessen Informationen hier analysiert und dann ans limbische System weitergeleitet werden. Dort kommt es zur Verarbeitung von Emotionen, wodurch eine Verknüpfung von Geruch und Gefühl erfolgt. Dies kann in der Hundeerziehung bewusst genutzt werden, um mit bestimmten Gerüchen bestimmte Verhaltensweisen – in diesem Fall Ruhe und Entspannung – in Verbindung zu bringen.

Klassische ätherische Öle mit beruhigender und angstlösender Wirkung sind Lavendel, Kamille, Bergamotte oder Bitterorange. Für die sensible Hundenase ist es ausreichend, wenn das Öl im Verhältnis 1:10 mit Sonnenblumenöl vermengt auf ein Tuch oder eine Decke geträufelt wird. Um das Gefühl der Ruhe zu konditionieren, ist es wichtig, zunächst aufmerksam jede entspannte Situation des Vierbeiners wahrzunehmen und zu nutzen. Liegt er also vollkommen ruhig im Körbchen und ist kurz vorm Einnicken, einfach einen Tropfen des Öls auf die gewählte Kuscheldecke geben und zum Hund legen.

Wichtig: Sobald der Hund aufsteht, kommt auch die Kuscheldecke wieder weg. Konsequent angewendet, wird der Vierbeiner die Decke nach einiger Zeit automatisch mit Entspannung in Verbindung bringen und sich im optimalen Fall mit ihrer Hilfe schneller beruhigen.

Pheromon-Therapie

Pheromone, im Speziellen das „Dog Appeasing Pheromone“ (DAP), können bewirken, dass Hunde ruhiger und ausgeglichener werden. In der Natur wird dieser spezielle Duftstoff vom Muttertier abgesondert, um den Welpen ein möglichst stressfreies Ankommen in der Welt zu ermöglichen. Künstliche Pheromone werden häufig auf speziellen Halsbändern oder in Sprays, z. B. auf ein Halstuch gesprüht, verwendet, um ein schnelles Absenken des Stress-Levels zu erreichen. Der Einsatz von Pheromonen soll den Hund dabei unterstützen, in kritischen Situationen entspannter zu reagieren und besser ansprechbar bzw. steuerbar zu sein.

Entspannende Sounds

Dass Musik beim Menschen Emotionen auslösen oder unterstützen kann, ist kein Geheimnis. Dass dies auch beim Hund funktioniert, ist also nicht verwunderlich. Wissenschaftler der University of Glasgow haben in Kooperation mit der Schottischen Tierwohlfahrt bewiesen, dass auch Hunde gern Musik hören – und zwar am liebsten Reggae und Soft Rock.* Getestet wurde dies in verschiedenen Tierheimen, in denen den Hunden verschiedene Genres vorgespielt wurden, während per EKG ihr Herzschlag gemessen wurde. So konnten die Forscher herausfinden, dass die Tiere während der Musik ruhiger und entspannter wurden.

Welche Musik dem eigenen Vierbeiner am besten gefällt, sollte trotzdem individuell getestet werden, denn natürlich reagieren nicht alle Hunde gleich. Am besten ist, sich gemeinsam mit dem Hund verschiedene Genres anzuhören und zu beobachten, wie er reagiert. 

Tipp: Einige Musikdienste bieten sogar Alben mit Titeln wie „Entspannungsmusik für Hunde“, bei denen beispielsweise Naturgeräusche mit sanften Piano-Tönen gemischt werden.

*Quelle: https://www.scottishspca.org/news/reggae-gets-paw-of-approval

Ausgewogene Ernährung beruhigt

Die Ernährung von Hunden nimmt erwiesenermaßen auch auf ihr Verhalten Einfluss. So kann ein ausgeglichenes und entspanntes Wesen also ein Hinweis auf eine gesunde Fütterung sein. Am häufigsten werden unangemessene Verhaltensweisen mit der Einnahme minderwertiger Eiweiße in Zusammenhang gebracht, die oftmals in qualitativ schlechten Futtermitteln zu finden sind. Diese enthalten leider auch vielfach ungesunde Zusätze wie Mais- oder Weizenkleber, in denen neutrale und langkettige Aminosäuren wie Tyrosin stecken. Sie werden anstelle von essentiellen Aminosäuren genutzt. Hierbei ist insbesondere Tryptophan zu nennen, das eine Vorstufe vom Serotonin ist, dem so genannten Glückshormon. Wird also zu wenig Tryptophan zur Verfügung gestellt, kann sich dies negativ auf die Grundstimmung des Hundes auswirken und ihn reizbar und unruhig machen. Es empfiehlt sich daher, darauf zu achten, dass das Futter ausreichend  Tryptophan liefert – und das wiederum steckt unter anderem in Milchprodukten und Fleisch.

Eine interessante Möglichkeit kann auch die Futterumstellung auf BARF sein. Die natürliche  Rohfütterung – insbesondere von Fleisch – sorgt von Natur aus für eine gesteigerte Aufnahme von Tryptophan und eine höhere Freisetzung des „Glückshormons“ Serotonin. Dies bestätigen auch zahlreiche Hundebesitzer und -besitzerinnen, deren Tiere nach der Umstellung nicht nur agiler, sondern auch entspannter und ausgeglichener wirkten.

Natürliche Beruhigungsmittel

Es gibt eine Vielzahl natürlicher Substanzen und Pflanzen, deren beruhigende und entspannende Wirkung erwiesen ist. Meist werden sie in Form von Kapseln, Tabletten oder Tinkturen verabreicht. Wir haben einmal zusammengetragen, welche pflanzlichen Mittel sich am besten für nervöse und unruhige Tiere eignen.

Als CBD (Cannabidiol) wird ein psychoaktives Cannabinoid aus weiblichem  Hanf bezeichnet. In Form von hochwertigem Öl wirkt es entkrampfend, schmerzlindernd und beruhigend.

Die beruhigende Wirkung von Baldrian ist seit Jahren erwiesen. Im Gegensatz zu pharmazeutischen Beruhigungsmitteln muss es allerdings erst eine Weile kontinuierlich angewendet werden, um seine Wirkung zu entfalten. Die Dosierung sollte unbedingt vorab mit dem Tierarzt besprochen und auf Größe, Alter und Gewicht des Hundes abgestimmt werden. Auch die mögliche Ursache für die Unruhe kann sich in der Dosierung niederschlagen. Ist die optimale Dosierung ermittelt, dauert es bei regelmäßiger Gabe etwa fünf bis sieben Tage, bis sich ein Beruhigungszustand einstellt.

Vorsicht:  Den Hund mit Baldrian „ruhig zu stelllen“ ist keine Dauerlösung. Im Fokus sollte stehen, die Ursache für die anhaltende Unruhe oder Angst zu ermitteln und aufzuarbeiten.

Diese Pflanze hat ebenfalls eine beruhigende Wirkung, allerdings nur in geringem Maße. Sie kann also eher als flankierende Maßnahme eingesetzt werden, während am Unruhezustand des Tieres gearbeitet wird.

Lavendel wirkt bei Hunden angstlösend und beruhigend. Neben dem Einsatz als Aromatherapie kann es als Tinktur auch oral  verabreicht werden.

Gegen Angst und Depressionen ist auch für Hunde ein Kraut gewaschen. Johanniskraut kann insbesondere in Kombination mit Baldrian stimmungsaufhellend und angstlösend wirken. Die Dosierung sollte wiederum mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Außerdem gilt: Die Kräuterkombination sollte niemals zusammen mit pharmazeutischen Beruhigungsmitteln verabreicht werden, um eventuelle gesundheitsschädigende Wechselwirkungen zu vermeiden.

Auf den unterschiedlichen Arten werden ganze Bachblütentherapien aufgebaut. Je nach Symptomen werden spezielle Bachblüten verabreicht. Generell sollen Bachblüten dem Hund zu mehr Entspannung und Ausgeglichenheit verhelfen und ihn dabei unterstützen, mit kritischen bzw. stressigen Situationen besser fertig zu werden.

Pharmazeutische Unterstützung

Wenn pflanzliche und natürliche Beruhigungsmittel keinen Erfolg bzw. dem Hund keine Beruhigung bringen, gibt es natürlich auch noch pharmazeutische Beruhigungsmittel. Diese sollten aber niemals ohne vorherige Absprache mit dem Tierarzt verabreicht werden. Einige Wirkstoffe möchten wir hier kurz vorstellen:

Zur Gruppe der Benzodiazepine gehören Diazepam, Lorazepam oder Alprazolam. Sie sind hoch wirksam und sollten wirklich nur in Ausnahmesituationen – und dann am besten noch im entspannten Zustand – gegeben werden. Die Wirkung hält in etwa für fünf Stunden an.

Dieses Mittel wird von Tierärzten etwa bei Trennungsängsten verschrieben. Der Wirkstoff Clomipramin wird beim Menschen zur Behandlung von Depressionen eingesetzt und soll auch beim Hund beruhigend wirken. Seine Wirkung beruht auf der Stimulation des Glückshormons Serotonin und soll dem Tier somit zu einem ausgeglicheneren Wesen verhelfen.

Beide Stoffe werden zur Behandlung von Parkinson eingesetzt und wirken entkrampfend und somit entspannend.

Das am häufigsten verschriebene orale Beruhigungsmittel für Hunde ist Acepromazin – ein hoch wirksames Neuroleptikum und Sedativum. Es gehört zu den Phenothiazin-Derivaten und wirkt im Wesentlichen durch die Blockierung von Dopaminrezeptoren im Gehirn, was eine gewollte Beeinträchtigung bestimmter Hirnareale herbeiführt. 

Für alle pharmazeutischen Beruhigungsmittel gilt: Niemals anwenden, ohne vorher einen Tierarzt oder eine -ärztin zu konsultieren!

Fazit

Viele Hunde reagieren in Stress-Situationen nervös und ängstlich oder neigen zu Übersprunghandlungen. In solchen Fällen gibt es verschieden Methoden und Ansätze, um den Hund zu beruhigen. Je nachdem, ob es sich um Einzelsituationen oder eine anhaltende Unruhe handelt, sollte die passende Behandlungsmethode gewählt werden. Von Aroma- und Verhaltenstherapie bis hin zur Gabe von pflanzlichen Beruhigungsmitteln müssen Hundebesitzer:innen dabei am besten selbst ausprobieren, welche Methode für den eigenen Vierbeiner geeignet ist und funktioniert.

Wichtig: Hat ein Hund Beschwerden, ist der Gang zur Tierarztpraxis unumgänglich. Nur mit einer gesicherten, fachlich fundierten Diagnose kann eine zielgerichtete Therapie erfolgen und dem Hund geholfen werden.