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Gesund Gassi gehen – so geht’s

Ein Spaziergang mit dem Hund ist dann gesund, wenn Körper und Geist optimal beansprucht und zugleich entspannt werden. Dies gilt für Mensch und Tier. Doch wie gelingt es, die Gassirunden so zu gestalten, dass sie für den Vierbeiner perfekt sind?

Am Anfang steht ein Warm-up

Insbesondere jungen Hunden kann es meist nicht schnell genug gehen, wenn es nach draußen geht. Kaum sind sie aus dem Haus oder dem Auto, preschen sie davon. Doch genau das tut den Vierbeinern nicht gut. Denn ist die Muskulatur kalt, ist die Verletzungsgefahr hoch – Zerrungen, Sehnenrisse oder oft auch erst später festzustellende schmerzhafte Veränderungen an Knorpeln und Gelenken können die Folge sein. Und auch wenn eine Gassirunde nicht automatisch Hundesport ist – ein kleines Aufwärmprogramm ist dennoch ratsam. Dies kann im Sommer etwas kürzer ausfallen als an kühlen Tagen und sollte stets   direkt vor der großen Bewegung erfolgen. Es ist nicht sinnvoll, den Hund aufzuwärmen und anschließend eine Stunde mit dem Auto ins Grüne zu fahren – bis dahin ist der Vierbeiner wieder abgekühlt.

Das ideale Aufwärmprogramm

  • Fünf bis zehn Minuten gemächlich gehen – so lange dauert es, bis die Knorpelflächen ausreichend mit Gelenkflüssigkeit geschmiert sind und nun der folgenden Belastung standhalten können. Es empfiehlt sich, den Hund an die Leine zu nehmen – so sprintet er nicht davon und lernt zugleich abzuwarten, bevor es richtig losgeht.
  • Es folgt das Traben geradeaus. Fünf Minuten sind ausreichend, um das Herz-Kreislaufsystem anzuregen. Dabei steigen Pulsfrequenz und Körpertemperatur leicht an, das Gewebe wird elastischer und die Nervenleitgeschwindigkeit erhöht sich – ein perfektes Arbeitsklima für den Bewegungsapparat.
  • Um Knorpel und Muskelgruppen noch gezielter anzusprechen, folgt nun für ungefähr zwei Minuten das Traben im Kreis. Die Kreise sollten anfangs groß sein und dann kleiner werden – idealerweise zu jeder Seite, damit alle Muskeln und Gelenke gleichermaßen erwärmt werden.
  • Wer den Spaziergang für ein spezifisches Training seines Vierbeiners nutzen möchte, sollten die Muskelgruppen, die dabei beansprucht werden sollen, ebenfalls erwärmen. So empfiehlt sich beispielsweise das Ziehen am Geschirr durch Steh-Platz-Steh-Übungen oder Gewichtsverlagerungen vorzubereiten.

Nach diesem ausführlichen Warm-up ist der Hund bestens vorbereitet auf mäßige und starke Belastungen des Bewegungsapparates und kann nach Herzenslust toben.

Tipps für einen entspannten Spaziergang

  • Im Sommer ist es ratsam, einen Wasservorrat mitzunehmen, damit der Hund unterwegs etwas trinken kann. Bei einer Wanderung von mehreren Stunden empfiehlt sich zusätzlich ein Snack, beispielsweise ein Hundesmoothie, der schnell Energie liefert und ausreichend Elektrolyte und Wasser enthält.
  • Insbesondere an kalten und nassen Tagen ist – abhängig von Rasse, Alter und eventuellen Beschwerden wie Arthrose – ein wärmender Hundemantel sinnvoll.
  • Sehr unruhige Tiere, mit denen das oben beschriebene Warm-up nicht möglich ist, können bereits zu Hause oder im Auto massiert werden. Dies erhöht den Muskeltonus, lockert die Gelenke und ersetzt das Gehen im Schritttempo.
  • Zeigt der Vierbeiner Ermüdungserscheinungen, gilt es, ihn zu bremsen, damit keine Verletzungen aus Mangel an Konzentration entstehen.
  • Empfehlenswert sind auch so genannte Ruhezonen. Beim Verweilen hat der Hund die Möglichkeit, die Umgebung genauestens zu beobachtet – das entspannt seine Nerven und lässt ihn zur Ruhe kommen. Wer diese Pausen auf bekannter Strecke zudem immer am selben Orten einbaut, kann hier mit dem Vierbeiner gezielt Entspannung konditionieren. Unterstützend können ruhige Worte, Streichel- oder kleine Massageeinheiten wirken.
  • Die Dauer eines Spaziergangs hängt sehr von Alter und Rasse des Tieres ab. Zudem sollte neben der physischen auch auf die psychische Belastung geachtet werden. Denn auch viele Reize machen den Hund müde und können ihn überfordern. Vor allem die sogenannten Sichtjäger wie Border Collies, Australien Shephard und Schäferhund scannen ununterbrochen ihre Umgebung und können blitzschnell reagieren – ein Spaziergang über mehrere Stunden kann daher extrem anstrengend sein.
  • Am Ende eines bewegungsreichen Spazierganges kann ein sogenannter Cool-down erfolgen: Fünf bis zehn Minuten geradeaus traben, anschließend zehn bis 15 Minuten im Schritttempo gehen, ohne viel stehen zu bleiben. Ein Cool-down ermöglicht dem Körper des Hundes, bestimmte Schlacken abzutransportieren, die er bei großer Belastung produziert hat. Darüber hinaus lassen sich durch die langsame Reduzierung des Bewegungsniveaus Verspannungen und Muskelverkürzungen vorzubeugen.

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