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Demenz bei Hunden

Insbesondere bei älteren Hunden tritt Demenz relativ häufig auf. Die Krankheit äußert sich durch verschiedene Symptome wie Desorientierung, Veränderungen in der Interaktion, dem Schlafrhythmus und der Agilität. Für betroffene Hunde gibt es zwar keine Heilung, jedoch Möglichkeiten, sie erträglicher zu machen. Im Folgenden haben wir wesentliche Fakten zum Thema Demenz bei Hunden zusammengetragen.

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Demenz bei Hunden

Die Lebenserwartung von Hunden hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Mit zunehmendem Alter treten jedoch auch vermehrt altersbedingte Erkrankungen auf. So auch die Hunde-Demenz, bei der Nervenzellen absterben, die für verschiedene Hirnareale zuständig sind. Der Ratgeber informiert, welche Symptome mit der Krankheit einhergehen, welche Therapien es gibt und was Hundebesitzer und -besitzerinnen tun können, um ihren Hund zu unterstützen.

Was bedeutet Demenz bei Hunden?

Die Alzheimer Demenz ist eine altersbedingte, neurodegenerative Erkrankung, die analog zu der beim Menschen verläuft. Das bedeutet, dass Nervenzellen im Gehirn absterben, die für Orientierung, Lernen, Gedächtnis und Bewusstsein zuständig sind. Die Folge: Es kommt zu Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie zu Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur. So werden manche betroffene Vierbeiner ängstlich oder aggressiv, finden sich selbst in der eigenen Wohnung nicht mehr zurecht oder wissen nichts mehr mit ihrem alten Lieblingsspielzeug anzufangen.

Entdeckt wurde die Erkrankung bereits im Jahre 1906 vom deutschen Neurologen Dr. Alois Alzheimer, der auch ihr Namensgeber ist. Laut Studien erkranken etwa 30% aller Hunde im Alter von 11 bis 12 Jahren und sogar knapp 70% der Hunde zwischen 15 bis 16 Jahren.* Das kognitive Dysfunktionssyndrom (CDS), so der Fachbegriff für die Erkrankung beim Hund, ist nicht heilbar, kann aber in gewissem Rahmen behandelt werden, um dem Tier das Leben mit dieser Krankheit zu erleichtern.

Welche Ursachen hat die Demenz beim Hund?

Eindeutige Ursachen konnten bislang nicht festgestellt werden. So ist nicht sicher belegt, ob es eine genetische Disposition oder ernährungsbedingte Auslöser gibt. Einig sind sich Tierärzte und -ärztinnen jedoch darüber, dass es zur Prophylaxe sinnvoll und wichtig ist, seinen Vierbeiner fortwährend geistig zu fördern und zu fordern sowie das Futter an das Alter und die individuellen  Bedürfnisse anzupassen.

Ebenfalls sinnvoll für Hunde fortgeschrittenen Alters ist ein halbjährlicher Check-Up in der Tierarztpraxis. So können Symptome eines möglichen CDS oder anderer Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ab wann das „fortgeschrittene Alter“ erreicht ist, hängt dabei unter anderem von der Rasse und deren durchschnittlicher Lebenserwartung ab.

Welche Symptome können auftreten?

Die Diagnose CDS ist nicht einfach zu stellen, da zunächst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen und keine Testungen wie beim Menschen vorgenommen werden können. Klar ist, dass Hunde mit Alzheimer eine Reihe von Veränderungen in ihrem Gehirngewebe aufzeigen. Im Vordergrund steht beim CDS der Verlust spezieller Nervenzellen: Je nach Verlauf und Krankheitsstadium kann dieser bis zu 20 % aller Zellen betreffen.  

Weiterhin ist zu beobachten, dass der Signalaustausch zwischen den verbliebenen Nervenzellen beeinträchtigt oder gar unterbrochen ist. Beide Faktoren zusammen, also Nervensterben und Funktionsstörung, haben zur Folge, dass die geistige Leistungsfähigkeit nachhaltig gestört wird. Welche genauen Auswirkungen auftreten und in welchem Ausmaß sie sich zeigen, hängt einerseits vom individuellen Gesundheitszustand des betroffenen Tieres, andererseits vom Schweregrad der Erkrankung ab. Es gibt allerdings einige typische Symptome, die für eine Demenz-Erkrankung sprechen.

  • Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit
  • Intensive Fixierung bestimmter Punkte, bspw. an der Wand
  • Zielloses Umherstreifen
  • Probleme bei der Ausführung erlernter Grundkommandos
  • Veränderungen im Verhalten gegenüber bekannten Personen und Tieren
  • verändertes Fressverhalten, Futterverweigerung
  • Unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Verlust der Stubenreinheit
  • Veränderungen in Bezug auf Aktivität und Agilität
  • Erhöhte Reizbarkeit und niedrigere Toleranzgrenzen
  • Veränderte Beziehung zur Bezugsperson

Typische Verhaltensmuster von Hunden mit CDS

Welche Krankheitsmerkmale sich in welcher Ausprägung zeigen, kann von Hund zu Hund variieren – und es müssen auch nicht zwingend alle auftreten. Dennoch gibt es einige Verhaltensmuster, die besonders häufig sind und die im Folgenden näher betrachtet werden:

Der Hund nimmt seine Umgebung nicht mehr in gewohntem Maße wahr. Stattdessen wandert er ziellos umher, starrt teilnahmslos vor sich hin oder erkennt gar seine Menschen nicht mehr. Auch sein Zuhause, in dem er sich sonst stets sicher bewegte, wird zum Irrgarten, so dass er durch die falsche Tür nach draußen möchte oder sein Körbchen nicht mehr findet. Im fortgeschrittenen Stadium kann es sogar sein, dass der Vierbeiner nicht mehr auf seinen Namen reagiert und völlig apathisch wirkt.  

Zu den häufig beobachteten Anzeichen einer Demenz beim Hund gehört das veränderte Interaktionsverhalten: Das Tier ist häufig desinteressiert, vermeidet Berührungen oder gemeinsames Spiel und tritt häufig gereizt bis aggressiv auf. Dies kann sowohl für die eigenen Menschen als auch für bekannte Tiere und bisherige „Spielkameraden“ gelten. Auch die Reaktion auf gelernte Grundkommandos kann nachlassen oder gar komplett entfallen.

Generell sind Hunde sehr gut in der Lage, ihr nächtliches Schlafverhalten an das ihrer Menschen anzupassen. Zusätzlich nehmen sie sich tagsüber die Ruhephasen, die sie brauchen. So sollte ein älterer Hund im Schnitt auf 15 bis 22 Stunden Schlaf pro Tag kommen. Im Rahmen des CDS verschiebt sich der Schlafrhythmus und der Vierbeiner wird abends häufig rastlos und unruhig. Dafür schläft er über den Tag verteilt häufiger und kommt so immer mehr durcheinander, was sich negativ auf seine Vitalität und sein Gemüt auswirkt.

In der Regel lernen die meisten Hunde schon im Welpenalter, dass sie anzeigen sollen, wenn sie hinaus müssen, um ein „Geschäft“ zu erledigen. Im Alter – insbesondere im Falle einer Demenz – ist die Stubenreinheit nicht mehr wie gewohnt gegeben. Die Tiere vergessen schlicht, anzuzeigen, dass sie raus müssen oder nehmen es selbst nicht mehr richtig wahr.

Der sonst so aktive und agile Vierbeiner ist plötzlich lustlos und mag sich kaum noch bewegen? Er zeigt kein Interesse an gemeinsamen Unternehmungen und scheint orientierungs- und ziellos? Ein solches Verhalten kann ebenfalls Indikator für eine Hunde-Demenz sein und sollte tierärztlich abgeklärt werden

Wie wird das kognitive Dysfunktionssyndrom diagnostiziert?

Wie bereits erwähnt, ist die Diagnose CDS nicht ganz einfach zu stellen. Sollten Hundebesitzer oder -besitzerinnen also wegen oben genannter Symptome zum Tierarzt gehen, erfolgen zunächst ausführliche Untersuchungen. Dabei gehört zur Anamnese neben einer gründlichen Untersuchung des Tieres auch eine ausführliche Befragung des Herrchens bzw. Frauchens. Hierbei hat sich das so genannte DISHAA-Schema bewährt:

D – Desorientierung
I – Interaktion, soziale Beziehungen
S – Schlaf-Wach-Rhythmus
H – Housesoiling = Verlust der Stubenreinheit und anderem erlernten Verhalten
A – Aktivität
A – Ängstlichkeit

Weitere unterstützende Maßnahmen zur verlässlichen Diagnose sind die Anfertigung eines Blutbildes sowie eines MRT vom Gehirn des Hundes.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Obwohl sich eine Demenz-Erkrankung beim Hund nicht heilen lässt, kann doch ihr Verlauf positiv beeinflusst und somit verlangsamt bzw. erträglicher gemacht werden. Als therapeutische Maßnahmen haben sich inzwischen drei verschiedene Ansätze – am besten in Kombination miteinander – als erfolgreich erwiesen:

Die Verhaltenstherapie setzt auf Stimulation. Hierbei soll durch neue Anreize das Absterben der Nervenzellen verlangsamt werden. Mögliche Anreize können das Lernen neuer Befehle sein, das Training mit Intelligenzspielzeugen oder das Erkunden neuer Spazierwege und Umgebungen.

Falls noch nicht geschehen, sollten Hundehalter und -halterinnen die Ernährung ihres Vierbeiners umstellen. So enthält im Handel angebotenes Seniorenfutter Nährstoffe, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Hunde abgestimmt sind und die den Verdauungstrakt und somit den gesamten Körper entlasten. Zusätzlich wird der Gabe von MCT-Öl – mittelkettigen, gesättigten Fettsäuren – ein positiver Effekt bei der Behandlung von Demenz zugesprochen.

Natürlich hält auch der Pharmazie-Sektor einige Medikamente bereit, die ein Fortschreiten der Demenz beim Hund aufhalten oder verzögern soll. Die Wirkstoffe sind darauf ausgelegt, die Durchblutung und somit die Leistung im Gehirn zu steigern. Mittel und Dosierung sollten dabei in enger Absprache mit dem Tierarzt bzw. der Tierärztin erfolgen.

Spezialfuttermittel für Hunde mit Demenz

Dass über Ernährung viele Krankheiten positiv beeinflusst werden können, ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Dies gilt auch für die Behandlung des kognitiven Dysfunktionssyndroms. Demnach gibt es in Futtermitteln bestimmte Komponenten, die einen positiven Einfluss auf die Gehirnfunktion und die kognitiven Fähigkeiten haben können.

Da beim CDS unter anderem die Versorgung mit hochwertiger Glucose gehemmt ist, ist es wichtig, dem Gehirn ausreichend Energie zur Verfügung zu stellen. Als optimale Energie-Lieferanten haben sich unter anderem mittelkettige Triglyceride (MKT) erwiesen, die gut über den Verdauungstrakt aufgenommen und in der Leber zu Ketonkörpern umgebaut werden können. Diese Ketonkörper wiederum sind in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, so dass sie dort als alternative Energiequellen genutzt werden können.

Auch andere Nährstoffe wie beispielsweise Arginin, die Fettsäuren EPA + DHA, Antioxidantien in Form von Vitamin C, Vitamin E, Selen sowie B-Vitamine sind in der Lage, den Stoffwechsel des Gehirns zu unterstützen und sollten daher ausreichend im Futter enthalten sein.

Tipps für den Alltag mit demenzkranken Hunden

Auch wenn die Hunde-Demenz nicht heilbar ist, können Besitzer und Besitzerinnen einiges tun, um sich und dem Hund das Zusammenleben zu erleichtern. Einige Tipps haben wir hier zusammengestellt: 

  • Für ausreichend körperliche und geistige Beschäftigung und neue Reize sorgen
  • Soziale Interaktion und Begegnungen fördern
  • Viel Bewegung an der frischen Luft zur hellen Tageszeit, um den Schlafrhythmus im Gleichgewicht zu halten 
  • Im Zuhause möglichst wenig Veränderungen vornehmen, es aber „seniorensicher“ machen
  • Schaffung verlässlicher Strukturen und Abläufe zur besseren Orientierung
  • Futterumstellung auf seniorengerechte Nahrungsmittel
  • Regelmäßige Check-Ups beim Tierarzt
  • Kurze, eindeutige Kommandos, eventuell auch neu erlernen
  • Nähe zeigen, Sicherheit und Geborgenheit bieten und Vertrauen aufrecht erhalten
  • Häufigere kleine Gassirunden machen, um Missgeschicken im Haus vorzubeugen, eventuell auch Hundewindeln anlegen
  • Nicht länger als nötig fortbleiben und den Hund am besten nur selten allein zu Hause lassen
  • Neue Spazierwege testen und Aufgaben stellen, um die Gehirnaktivität anzuregen

Fazit

Bei Hunden ab etwa 11 Jahren steigt das Risiko, am kognitiven Dysfunktionssyndrom zu erkranken. Die Demenz betrifft zirka 30 % der Hunde aller Rassen, im Alter von 15 bis 16 Jahren können es bis zu 70 % sein. Bis heute ist die Krankheit nicht heilbar. Es gibt jedoch Maßnahmen und Therapieansätze, die Hundebesitzer und -besitzerinnen in Absprache mit dem Tierarzt oder der -ärztin anwenden können, um ihrem Hund das Leben trotz der Erkrankung so lebenswert wie möglich zu gestalten.

Wichtig: Hat ein Hund Beschwerden, ist der Gang in eine Tierarztpraxis unumgänglich. Nur mit einer gesicherten, fachlich fundierten Diagnose kann eine zielgerichtete Therapie erfolgen und dem Hund geholfen werden.